25 000 Besucher bei Peace Day .

Knapp 2000 Besucher sahen sich die Theaterstücke und anderen Programmpunkte auf dem Peace Day in Kabul an. (Foto: MH)
Knapp hundert Menschen drängen sich auf Linien, die mit Kreide auf den Boden gemalt wurden. Das Bild, das sie erzeugen, ist Programm: Eine Friedenstaube - passend zum Peace Day. In ganz Afghanistan wird an diesem Tag, dem 21. September, der Frieden gefeiert: In 33 Provinzen finden Veranstaltungen statt. In Kabul, dem Platz der Hauptveranstaltung, drängen sich knapp 2000 Menschen auf dem Gelände des französischen Kulturzentrums.
„Es sind sehr viele Menschen zusammengekommen, um diesen Tag gemeinsam zu zelebrieren“, sagt Kerstin Lepper, DED-Expertin und Friedensfachkraft bei ACSF (Afghan Civil Society Forum), das den Peace Day als führende Organisation des Friedensnetzwerkes ACSONP (Afghan Civil Society Organisations Network for Peace) organisierte. Es sei sehr viel freiwillige Arbeit geleistet worden, ohne die dieser Tag nicht hätte umgesetzt werden können, so Lepper. Auch der DED beteiligte sich, neben dem Engagement der Fachkraft, maßgeblich an der Finanzierung des Friedenstages.
Gerade in den Provinzen waren die Veranstaltungen von immenser Wichtigkeit in Anbetracht der sich verschlechternden Sicherheitslage und stießen auf großes Interesse. In der Provinz Takhar, die als kritische Region gilt, wurden die Teilnehmer des Peace Day mit Autos aus den entlegendsten Ortschaften zum Veranstaltungsort gebracht. „Es war nicht sicher, ob man die Fahrer je wiedersehen würde“, erzählt Lepper. Glücklicherweise sei jedoch alles gut verlaufen und der Friedenstag auch in Takhar ein voller Erfolg gewesen. In Maidan-Wardak wurden die Feierleichkeiten trotz Raketenbeschusses durch die Taliban fortgeführt. Laut ersten Schätzungen sollen in ganz Afghanistan 25 000 Menschen an den Veranstaltungen teilgenommen haben.
Dass die Veranstaltung in Kabul ebenfalls sehenswert war, davon überzeugte sich auch Monika Schimmelpfennig aus dem Referat „Ziviler Friedensdienst“ in Bonn. Sie nahm während ihres zweiwöchigen Afghanistan-Besuches am Friedenstag teil und konnte sich so unter anderem von der geleisteten Arbeit der Friedensfachkraft Lepper bei ACSF persönlich ein Bild machen.
Vergangenes Jahr fand der Peace Day zum ersten Mal statt, und war schon damals ein großer Erfolg. Auch wenn der Tag ein einmaliges Ereignis im Jahr ist, so arbeiten die dem Peace-Netzwerk zugehörigen Organisationen ohne Unterlass an dem gemeinsamen Ziel, in Afghanistan eine Kultur des dauerhaften Friedens zu etablieren. Der Peace Day ist mit seiner öffentlichkeitswirksamen Inszenierung sicherlich ein gutes Instrument, um damit einmal im Jahr ein „großes“ Zeichen zu setzen.
Peace!

